Wandern auf der Schwäbischen Alb: Wilde Täler, fürstliche Höhen

Die vielen Bäume und die wenigen Menschen –

die machen den Wald so schön.“

(Otto Weiß)

Bei er Planung unserer Wanderungen auf der Schwäbischen Alb, ist mir der Premiumwanderweg „Wilde Täler, fürstliche Höhen“ gleich ins Auge gestochen. Der Name hörte sich vielversprechend an und das Tourenprofil wirkte ebenfalls ansprechend, so dass die Wahl für unsere zweite Tour schnell getroffen war.

Frisch erholt und ausgeschlafen fuhren wir zu unserem Startpunkt, dem Wanderparkplatz Fürstenhöhe etwas außerhalb von Sigmaringen. Der Wanderparkplatz ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen.

Von dort führt uns der Weg zuerst entlang offener Landschaften und anschließend talwärts durch den Wald. Im Wald werden wir von Schmetterlingen und anderen fliegenden Insekten umkreist, es wirkt fast so, als möchten sie uns Eindringlinge schnellst möglich vertreiben.

Nach ca. 1,2 Kilometer sind die Insekten uns Eindringlinge los, denn wir erreichen den Talkessel und folgen dem gut beschilderten Weg über eine saftig grüne Wiese, von der es nun wieder bergauf geht. Die Sonne scheint schon jetzt kräftig vom Himmel, es wird wohl wieder ein heißer Sommertag werden. Es ist herrlich ruhig, bis jetzt haben wir noch keinen anderen Wanderer getroffen.

Auf dem Berg angekommen, eröffnet sich nach kurzer Zeit ein toller Blick über weite Getreidefelder. Wir folgen dem, mit Gras bedeckten, Feldweg, welcher links und rechts von Gersten- und Weizenfeldern umsäumt ist. Mohn und andere Blumen bilden kleine Farbkleckse in der Landschaft. Immer dem Weg folgend, passieren wir eine Baumgruppe, welche einem schön gestalteten Rastplatz Schatten spendet.

Der Feldweg mündet wieder in einem Waldstück, durch das wir auf Wald- und Forstwegen in Richtung Zupferfelsen laufen. Nach ca. 5,5 Kilometer erreichen wir den Aussichtspunkt Zupferfelsen. Leider ist es hier derzeit etwas zugewachsen, so dass uns der Ausblick ins Schmeietal und auf die Bahnstrecke Sigmaringen – Tübingen verwehrt bleibt. Hier oben finden sich auch Rastmöglichkeiten mit Bänken und Himmelsliegen.

Nach einer kurzen Trinkpause in der prallen Hitze geht es weiter. Nach nicht mal einem weiteren Kilometer erreichen wir den Langen Felsen mit Aussicht auf Storzingen, einem Teilort der Gemeinde Stetten am kalten Markt. Neben dem Weg findet sich wieder eine Bank und eine Himmelsliege, von der man eine gute Sicht auf den Ort hat. Hier verweilen wir etwas länger und beobachten das träge Dorf, während wir unser Vesper genießen.

Vom Langen Felsen aus geht es bergab ins Tal der Schmeie. Bevor wir die Schmeie sehen, entdecken wir ein Schild, welches den Weg zu einem Schaubienenkasten aufzeigt. Dieser Schaukasten ist zwar nicht Teil der offiziellen Wegführung, aber ein absolutes Highlight. Man kann nicht nur das rege Treiben der Bienen beobachten, sondern allerlei Produkte, wie z.B. Honig oder Bienenwachstücher, erwerben. Ich persönlich mag solche kleine Möglichkeiten regionale Produkte zu kaufen. So unterstützt man gleich die heimischen Bauern, oder in diesem Fall, den Imker.

Nach dem kurzen Abstecher geht es, mit deutlich schwereren Rucksäcken, zurück auf den offiziellen Wanderweg, vorbei an einer Schafherde, hinunter an die Schmeie. In diesem wildromantischen Abschnitt des Schmeietals mäandert sich der Fluss kurvenreich durch die Natur. Mehrfach bieten sich Möglichkeiten die Füße zu kühlen, gerade bei den sommerlichen Temperaturen eine willkommene Abwechslung. An einer besonders flachen Stelle, planschen Kinder im Wasser, während es sich ihre Eltern unter Sonnenschirmen am Flussufer gemütlich gemacht haben.

Nach gesamt 9,3 Kilometer verlassen wir die Schmeie und biegen links ins Uschental ab. Dort führt uns der Zuschentalweg rund 1,2 Kilometer bergauf. Wir passieren den Rappenfelsen und biegen dann rechts vom Zuschentalweg ab und gehen durch den kühlen Mischwald weiter bergauf.

Oben angekommen führt uns ein breiter Forstweg in Richtung Ausgangspunkt. Kurz vorm Wanderparkplatz Fürstenhöhe erwartet uns noch der Aussichtspunkt Säntisblick. Von dort hat man eine tolle Sicht auf die Schweizer Alpen, vorausgesetzt das Wetter stimmt. Aufgrund der Hitze war es leider zu diesig und somit bliebt uns das Alpenpanorama verwehrt.

Nichts desto trotz hat mir auch dieser Premiumwanderweg der Donaufelsenläufe sehr gut gefallen. Der Beschreibung des Wanderinstituts e.V. möchte ich nichts mehr hinzufügen und kann diese nur bestätigen: Die harmonische Runde bietet mit ihren Aussichten, reizvollen Wäldern, Wiesentälern und Felsformationen einen attraktiven Querschnitt der regionaltypischen Landschaftselemente. Über weite Strecken finden Wanderer zudem angenehme natürliche Stille (Quelle: https://www.wanderinstitut.de/premiumwege/baden-wuerttemberg/wilde-taeler-fuerstliche-hoehen/).

Die insgesamt 12,7 Kilometer waren angenehm zu gehen, die An- und Aufstiegen verteilten sich insgesamt gut über die gesamte Wanderung. Wer Ruhe in der Natur mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Wer hingegen auf Abwechslung oder Highlights (z.B. in Form von Ruinen, Klostern, Wasserfällen) entlang des Weges sucht, wird hier nicht fündig werden.

Leider konnten wir aufgrund der Zeit nur zwei von fünf Donaufelsenläufe erwandern. Welch Glück, dass die Schwäbische Alb nicht allzu weit entfernt ist und welch Glück, dass ich das Schloss in Sigmaringen auch noch nicht gesehen habe, so dass ich genug Gründe habe, bald wieder zu kommen.

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