Wandern im Kaiserstuhl: Ruine Höhingen

Unweit von Freiburg befindet sich der Kaiserstuhl. Der Kaiserstuhl ist ein bis 556,8 m ü. NHN hohes, kleines Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs in der Oberrheinischen Tiefebene. Ein herrliches Naherholungsgebiet, welches Erscheinungsbild stark durch den regen Weinbau geprägt ist. Da der Kaiserstuhl gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, eignet er sich ideal für Erkundungen zu Fuß. Es wäre auch zu schade, wenn man aufgrund des Autofahrens auf den köstlichen Wein verzichten müsste, den man in den vielen Winzergenossenschaften, Landgasthöfen, Besenwirtschaften und Biergärten rund um den Kaiserstuhl serviert bekommt.

In seinem Buch „Vergessene Pfade – Kaiserstuhl und Markgräfler Land“ stellt der Autor Rainer D. Kröll 32 Touren abseits des Trubels vor. Genau das, was jeder Wanderer gerne hat. Die Schöne der Natur in Ruhe genießen und dabei herrlich entspannen. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich für die Tour zur Burgruine Höhingen (Tour 9).

Die Wanderung startete beim Bahnhof in Oberrotweil. Oberrotweil ist ein Ortsteil der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl. Die Ortschaft hat etwa 1600 Einwohner und ist hauptsächlich als Weindorf bekannt. Das Wetter war am Tag der Wanderung leider nicht so sonnig wie erhofft. Wolken bedeckten den Himmel, jedoch war es immerhin trocken.

Durch den Ort hindurch ging es für uns zur Kirche St. Michel, einem ursprünglich aus dem 8. Jahrhundert stammenden romanischen Gotteshaus.

Kirche St. Michel

Dort überquerten wir die Straße und liefen bergauf Richtung Rotweiler Steinbruch. Der ehemalige Steinbruch mit Produktionsanlagen zur Schottergewinnung wird seit Jahrzehnten zunehmend von der Natur zurückerobert. Er ist ein Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzengesellschaften mit seltenen, zum Teil vom Aussterben bedrohten Arten. Daher ist das Betreten des Naturschutzgebiets während der Brut- und Aufzuchtzeit, also in der ersten Jahreshälfte, untersagt.

Wir folgten dem Weg, wie er im Wanderführer beschrieben wird entlang Weinbauflächen, durch Wälder, mal leicht bergauf und leicht bergab. Herbstliche Pflanzen zierten den Wegesrand und wir genossen die Stille abseits des Ortes Rotweil.

Auf dem Weg hinauf zum Schlossberggipfel und der Ruine Höhingen erfolgte der steilste Abschnitt der Wanderung. Mühsam kämpften wir uns auf kurzer Strecke den steilen Weg hinauf. Am Ritterfelsensteinbruch wurde der Weg wieder eben und bei dem wunderbaren Blick auf den Winzerort Achkarren waren alle Mühen vergessen.

Langsam kam der Schlossberggipfel in Sicht. Dort erwartete uns ein kleiner Rastplatz mit Feuerstelle, Sitzmöglichkeiten und einer grandiose Aussicht. Leider verhinderte der bewölkte Himmel den Blick auf die Vogesen, trotz allem bliebt die Aussicht imposant. Auf dem Schlossberggipfel stand ab dem 13. Jahrhundert die Burg Höhingen. Nach mehreren Verwüstungen wurde die Burg ab 1671 als Steinbruch zum Festungsbau in Neuf-Breisach genutzt, weswegen nur noch spärliche Reste der Burg vorhanden sind.

Links im Bild ist der Winzerort Achkarren.

Nach einer kurzen Verschnaufpause und Erkundung der Burgruine stiegen wir zur Lourdes-Grotte hinab.

Von dort ging es auf einem steilen Pfad in Serpentinen abwärts. Der kleine Pfad führte auf einem Talweg, der sich durch die Weinberge hinab Richtung Bahnhof Oberrotweil zog. Am Ortseingang passierten wir die Kirche St. Pantaleon, zu der es seit 1735 bis zum heutigen Tag eine Wallfahrt gibt.

Weinberge und im Hintergrund Oberrotweil

Der Bahnhof ist von hier aus schon zu sehen, genau zum richtigen Zeitpunkt, denn der Himmel begann seine Schleusen zu öffnen und wir waren dankbar, dass der Zug just in diesem Moment in den Bahnhof einfuhr.

Die technisch einfache Tour (mittelschwere Kategorie laut Wanderführer) ist gut zu gehen. Die 9,4 Kilometer lange Wegstrecken verlaufen auf markierten Natur- und Asphaltwegen durch Weinberge, Wälder und Dörfer. Im Sommer könnte es sehr sonnig werden, Sonnenschutz für Kopf und Haut sind Pflicht. In Rotweil gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, in der man sich nach erfolgreicher Wanderung stärken kann.

Fazit: Empfehlenswerte, wunderschöne Wanderung durch das Weinbaugebiet Kaiserstuhl. Gerne im späten Frühling wieder, wenn die Weinberge in schönem Grün erstrahlen.


Literatur:

. „Vergessene Pfade Kaiserstuhl und Markgräfler Land“ von Rainer D. Kröll, erschienen im Bruckmann Verlag

Kartenmaterial:

. Karte des Schwarzwaldvereins, W246 Breisach am Rhein

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