Rund um den Aggenstein – Teil 2

Das Wetter in den Bergen ist für seine Wetterumschwünge bekannt. Im einen Moment hat man strahlenden Sonnenschein und kurze Zeit später regnet es ununterbrochen. Ganz so schlimm wie bei der letzten Wanderung traf es uns zum Glück nicht, aber in der Nacht zog ein heftiges Gewitter über die Hütte und hinterließ die Berge tags drauf wolkenverhangen. Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Hüttenfrühstück packten wir unsere Rucksäcke und waren bereit für den Abstieg.

Unseren eigentlichen Plan über den Gipfel des Aggensteins nach Pfronten zurückzuwandern verwarfen wir ziemlich bald, als wir die Hütte verlassen hatten. Zu groß war die Gefahr auf den nassen Steinen abzurutschen. Spontan entschieden wir uns für den schnellsten und leichtesten Abstieg in Richtung Grän.

Wir folgten den Weg hinab Richtung Grenzstein. Wenige Gehminuten unterhalb der Bad Kissinger Hütte bogen wir rechts ab und folgten dem schmalen Pfad mit der Nummer 411 in unzähligen Kehren am lichten Waldhang hinab. Von der schönen Aussicht am Vortag war nichts mehr zu sehen, jedoch boten die Wolken, die sich den Berg hinaufschoben, einen mystischen Anblick. Alpensalamander erfreuten sich über das feuchte Wetter und säumten den Boden zu unseren Füßen. Vorsichtig setzten wir einen Fuß vor den anderen, um die kleinen schwarzen Tiere nicht zu zertrampeln.

ein kleiner Alpensalamander

Auf unserem Weg hinab überschritten wir einen Graben und die Runse des Seebachs. Nach ca. 1 Stunde stießen wir dann auf eine breite Forststraße, die uns weiter hinab Richtung Ortsteil Enge brachte. Von dort ging es schließlich weiter in das kleine Örtchen Grän.

der Seebach

In Grän angekommen, hofften wir auf einen Bus, der uns zurück nach Pfronten brachte. Leider wurde die Busverbindung aufgrund niedriger Frequentierung ein paar Jahre zuvor eingestellt. Da wir die 16 Kilometer nicht laufen wollten und uns eine zweieinhalb stündige Odyssee mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sonderlich reizte, nahmen wir uns ein Taxi. Ein herzlichen Gruß geht hier an den netten Taxifahrer des Taxiunternehmens Wötzer, der uns auf der Fahrt nach Pfronten so manches Lachen entlockte. Man sieht, die Planung einer Wandertour inklusive Alternativrouten sollte vorab gründlich durchgeführt werden, sodass man am Ende nicht eine böse Überraschung erwartet.

Die Wandertour und der Aufenthalt in der Bad Kissinger Hütte waren, trotz der holprigen Umstände am Ende des Abstiegs, absolut gelungen. Durch das schöne Wetter am Abend hatte man die Möglichkeit sich mit anderen Wanderern auf der schönen Terrasse auszutauschen. Sogar Gämsen schauten auf ein Besuch vorbei. Die Hütte selber kann ich nur weiterempfehlen, sie ist den Aufstieg auf jeden Fall wert. Das Ambiente, die Aussicht, das Speisen- und Getränkeangebot, es passt einfach.

Nun bin ich gespannt, auf welche Hütte die nächste Reise führt. Der Deutsche Alpenverein und der Alpenverein in Österreich haben noch zahlreiche weitere Hütten, die es wert sind, besucht zu werden. Wohin es geht, werdet ihr natürlich erfahren.


Literatur:

. „Zeit zum Wandern: Ostallgäu und Tannheimer Berge“ von Bernhard Irlinger, erschienen im Bruckmann Verlag
. „Allgäu 2“ von Mark Zahel, erschienen im Rother Verlag (12., aktualisierte Auflage)

Kartenmaterial:

. Wanderkarte des Alpenvereins, BY 5 Bayerische Alpen, Tannheimer Berge, erhältlich über http://www.dav-shop.de

Links:

. http://www.badkissingerhuette.at/startseite.html

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2 Kommentare zu „Rund um den Aggenstein – Teil 2

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