Ottenhöfen – Edelfrauengrab Wasserfälle

Für diese Wanderung ging es in den Nordschwarzwald, genauer gesagt in das Mühlendorf Ottenhöfen. Das Wetter zeigte sich heute wieder von seiner besten Seite. Zudem war ich schon auf den Edelfrauengrab Wasserfall gespannt, da ich persönlich Wanderungen zu Wasserfällen mag, es ist immer faszinierend, wie das Wasser am Fels hinabstürzt.

Am Bahnhof Ottenhöfen, der Endstation der Achertalbahn, starten wir unsere Tour und wandern aus der kleinen Ortschaft hinaus auf den Eichkopf. Zwischen den Stämmen des vollständig bewaldeten Bergrückens, kann man ab und an einen einen Blick auf die Terrassen des Steinbruchs Ottenhöfen werfen. Durch dichten Wald schlängelt sich der schmale Wanderweg ein Stück bergab. Unterhalb des Eichkopfs gelangen wir zum Gottschlägbach. Entlang des Baches wandern wir hinein in eine Schlucht. Die Felsen sind mit Moos und Farnen überwuchert und geben der Schlucht eine mystische Note. Wenige Schritte später erreichen wir die Wasserfälle und das Edelfrauengrad.

auf dem Weg zu den Wasserfällen

Einer alten Sage nach soll die Herrin von Bosenstein mit ihren Liebhabern in Saus und Braus gelebt haben, während ihr Gatte – der Ritter Wolf von Bosenstein – an einem Kreuzzug teilnahm. Als eine Bettlerin mit sieben halb verhungerten Kindern am Schloss anklopfte, wurden sie von der Edelfrau verspottet. Ehe die Bettlerin von dannen zog, belegte sie die Herrin von Bosenstein mit einem Fluch: „Sieben Kinder sollst du auf einmal zur Welt bringen, alle so elend wie die, welche du verhöhnst“. Als sich der Fluch erfüllte, befahl die Schlossherrin, die Kinder zu ertränken. An eben jenen Tag kehrte ihr Gemahl zurück, nahm die Kinder ohne des Wissen seiner Ehefrau und ließ sie auf einer Burg im Elsass erziehen. Nach sieben Jahren holte er sie zurück, damit sie bei einem Fest in Bettlerkleidung auftraten. Als die Frage aufkam, was mit einer Mutter geschehen solle, welche ihre Kinder derart schlecht behandele, sprach die Edelfrau: „Diese solle bei einem Laib Brot und einem Krug Wasser lebendig eingemauert werden.“ Die Ritter ließ seine Gemahlin in einer von Wasser geschaffenen Höhle im Schlägbachtal einmauern. Um sie von den Qualen zu erlösen, befahl er später, den Bach in die Höhle zu leiten. Seither heißt die Felsenhöhle „Edelfrauengrab“ (Entnommen aus: Mystische Pfade Schwarzwald von Annette und Lars Freudenthal, Bruckmann Verlag).

Über Treppen und Brücken geht es an den Wasserfällen aufwärts Richtung Deglerbad, vorbei an einer romantisch anmutenden Steinbrücke.

An einem kleinen Löschteich, beim Wegweiser „Gottschlägtal“ biegt der breite Wanderweg scharf links ab und mündet in einen etwas steileren Pfad. Etwas weiter bergaufwärts erreicht man den Aussichtspunkt Herrenschrofen. Von hier aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf die bewaldeten Berge in der Region.

auf dem Herrenschrofen

Nach kurzer Zeit erreichen wir den Einstieg zum Karlsruher Grat, einer stark zerklüfteten Felspartie und den einzigen Klettersteig des Nordschwarzwalds. Der felsige, schmale Grat erstreckt sich hoch über dem Gottschlägtal über eine Länge von rund 400 Metern. Da es auf dem Wanderweg jedoch recht voll ist und wir uns die Warterei am Grat sparen möchten, lassen wir den Karlsruher Grat heute links liegen und nehmen den Umgehungsweg an der Nordseite des Grats.

Am Ostende des Grats angekommen, laufen wir entlang einer breiten Straße Richtung Rasthaus Bosenstein, welches inzwischen dauerhaft geschlossen ist. Hier oben erstreckt sich ein almähnliches Gelände, mit herrlicher Sicht ins Tal, genau der richtige Ort für eine kleine Verschnaufpause. Anschließend folgen wir dem Wanderweg mit der gelben Raute hinab ins Tal. Der Abstieg verläuft teilweise steil hinab über wurzeligen Waldboden und wir sind froh, dass es in den letzten Tagen nicht geregnet hat. Am Wegpunkt „Kleineck“ wird man nach dem Abstieg mit einem Ausblick auf das Örtchen Seebach belohnt.

das Dorf Seebach
Das Ziel vor Augen

Von nun an führt der Weg entlang einer asphaltierten Straße immer weiter hinab ins Tal Richtung Ottenhöfen. Ein kleines Highlight zum Schluss der Tour bietet der Aussichtspunkt „Schau ins Land“. Dort wurde eine Holzliege installiert, auf der man einen herrlichen Ausblick auf Ottenhöfen hat. Eine gute Möglichkeit seinen strapazierten Füßen eine letzte kleine Erholung zu bieten, ehe man über eine mit Wildblumen bewachsene Wiese zum letzten Abschnitt ins Tal hinab und somit wieder zum Ausgangspunkt der Tour startet.

Die circa 11 Kilometer lange Tour ist anspruchsvoll aber trotz allem angenehm zu gehen, sollte man die Variante mit den Karlsruher Grat nehmen, ist gute Trittsicherheit, festes Schuhwerk und alpine Erfahrung notwendig. Insgesamt sind auf der gesamten Tour 540 Höhenmeter Aufstieg zu bewältigen, welche dann wieder abgestiegen werden müssen. Die Tour war meines Erachtens sehr gut, wenn nicht gar zu viel, beschildert.

Es lohnt sich auf jeden Fall die Tour auf seine Wander Bucket List zu setzen. Wer mehr über die Sagen und die Geschichte des Karlsruher Grats bzw. die Edelfrauengrab Wasserfälle lesen möchte, dem empfehle ich das bereits oben genannte Buch „Mystische Pfade Schwarzwald“ von Annette und Lars Freudenthal.

Links:
https://www.wanderfuehrer-schwarzwald.de/schwarzwald/mystische-pfade-schwarzwald/
https://www.komoot.de/smarttour/75966

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